Heute schreibe ich über die Feier des Gottesdienstes am 11.10.2020. Wir waren wieder auf Becks Hof. Dieses Mal allerdings bei geschlossener Scheunentür, weil die Außentemperaturen doch ziemlich frisch geworden waren. Unsere Mund-und Nase-Bedeckungen blieben also auf.

Da ich auch im Segnungsteam bin, war ich schon um halb elf da. Für das „Gelingen“ des Gottesdienstes wird gebetet, sprich, dass der Heilige Geist Raum bekommt und durch einen jeden wirken kann. Nico war für den Lobpreis zuständig und dadurch, dass wir erstmals in geschlossenen Räumen waren, durfte außer ihm keiner singen und er fühlte Zerrissenheit und Unsicherheit. Er liebt es, wenn die versammelte Gemeinde mitsingt. Also fragte er: „Gott, was willst du heute wirken?“ Wir gingen in uns. Jesu Meinung war uns wichtig. Ich spürte, wie der Heilige Geist spürbar wurde. Es durchschauerte mich und tiefer Friede breitete sich aus. Diese Gegenwart des Heiligen Geistes veranlasste mich nach dem Gottesdienst, einen Menschen anzusprechen, der mir auf dem Herzen lag, um etwas zu klären. Und es war ein gutes Gespräch.

Nico teilte seine Gefühle mit der Gemeinde und sagte: „Ich fühle Zerrissenheit, dass heute nur ich singen darf, aber Gott fühlt sich nicht unsicher, wenn wir mit unserer Unsicherheit zu ihm kommen. Gott sehnt sich nach Begegnung. Ich liebe es, gemeinsam mit euch vor Gottes Thron zu kommen.“ Ein Gedanke aus der Lobpreis-Zeit hat mich tagelang begleitet: „Wie bist du denn im Alltag? Behältst du die Lobpreishaltung bei?“ Meine ehrliche Antwort: Ein permanent Lobpreisender bin ich nicht, wäre ich aber gerne, weil es sich wirklich gut anfühlt in der Gegenwart Gottes. Wenn ich mich daran erinnere, kann ich meinen Fokus wieder dorthin schwenken.

Fühlst du dich frei?

Die Predigt gestaltete Kay. Mich hat beim Schreiben interessiert, was „predigen“ eigentlich bedeutet. Der Duden sagt dazu, dass es aus dem Lateinischen von praedicare kommt und „verkünden, öffentlich kundtun“ bedeutet. Interessant. Was waren nun Inhalte an diesem Sonntag? Grundlage war diese Bibelstelle:

“ …Wenn ihr euch nach meinen Worten richtet, seid ihr wirklich meine Jünger. Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen. …Nur dann, wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei“

Johannes 8 ab Vers 30 ff

„Wir sind doch schon frei.“ Wow, dachte ich, stimmt. Kay führte weiter aus, dass Sünde der Punkt ist, an dem wir unfrei sind. „Das Verhältnis zwischen Sklave und Herrn kann teilweise ganz schön brutal sein und Menschen, die versklavt sind in Sünde, erfahren genau das. Ein Sklave verlässt irgendwann das Haus, ein Sohn aber bleibt man ewig. Das größte Problem der Menschheit ist, dass wir geistliche Waisen sind. Wir Menschen haben kein Bild oder ein negatives Bild von Gott, unserem Vater. Wenn wir Jesus annehmen, sind wir keine Sünder mehr, sondern Söhne und Töchter des göttlichen Vaters. Was wir sind, ist das, was wir machen und rechtfertigen. Wenn etwas herauskommt, was nicht Gott ist, dann ist das der Punkt, um Jesus einzuladen und zu sagen: Bitte transformier das. Ich möchte, dass nur DU rauskommst.“

Wie geht „Sünde meiden“?

Warum sündige ich dann noch manchmal? Kämpfen ist unnötig. Dann versuche ich mit eigenen Mitteln ein Heiliger zu sein. Spannend. Das habe ich so nicht gesehen. Das falsche Evangelium sitzt tief. „Du d a r f s t sündfrei leben. Es ist geschenkt.“ „Erkenne, wie gut Gott ist.“ Es ist so befreiend, eigene Erfahrungen mit Gott zu sammeln. Darum ist es so wichtig, zu üben, auf Gottes Stimme zu hören, was er mir und dir heute sagen möchte. Wenn man das erfährt, sagte Kay, hat man kein Interesse mehr, zu sündigen. Dann kleide ich mich nicht mit etwas, das mir nicht steht. „Du darfst loslassen, es dir erabeiten zu wollen. Es ist Freiheit zu sagen: Ich will nicht mehr sündigen. Stell dich unter diese Gnade, indem du es proklamierst in kritischen Situationen. Das kann der Partner sein, der dich ärgert oder ein anderer Autofahrer. Wie bin ich berufen, in dem Moment zu sein? Ich will in Wahrheit leben, nicht in Lüge.“

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