Bewusstsein für deine und meine Identität

Bewusstsein für deine und meine Identität

Am 24.01.21 erlebten wir den zweiten Zoom-Gottesdienst dieses Jahres. Die Lobpreiszeit wurde live von Juri gestaltet und war zu sehen per Youtube. Parallel waren wir alle per Zoom verbunden.

Juri führte uns in eine kurze Zeit der Stille, damit wir uns der Gegenwart Gottes bewusst werden und vor Ihn kommen konnten. Ruhig werden und anbeten. „Voll‘ Ehrfucht stehn wir hier und beten an.“ war eine Liedzeile, die mir aus dem Herzen sprach.

Gemeinde kreativ – Neues ausprobieren

Kay hatte richtig Freude, Dinge mit uns, seiner Gemeinde, ausprobieren. Die Kinder wurden dieses Mal besonders bedacht. Per Youtube wurde ein Video eingespielt, in der das erste Kapitel aus dem Buch „Nicht wie bei Räubers“ vorgelesen wurde. Auch ich hörte gerne zu, weil ich dieses Buch liebe. In einer sehr liebevollen Sprache wird von einem Jungen erzählt, der aus einer Räuberfamilie adoptiert wird vom König. Er wächst heraus aus einer desolaten Familie, in der Gewalt und Mangel an der Tagesordnung ist, hin zu der Fülle und der Würde eines Königskindes.

Ich zitiere: „Der helle Mann blickte überhaupt nicht zornig.“ ‚Das kennt der Junge nicht. Es gibt kein Gerangel bei Tisch. Trotzdem bleibt er erst einmal versteckt hinter einem Stuhl und als alle anderen gegessen haben, schlingt er die Reste hinunter. Später bietet ihm der helle Mann ein Bad an. Der Kleine möchte auch gerne, aber dafür müsste er sich ja ausziehen: „Doch seine Kleider hergeben? Er hatte sich doch so daran gewöhnt. Nur nichts hergeben, das hatte er bei Räubers so gelernt.“ Das Jucken der Flöhe erinnert ihn dann aber, wie lange er schon nicht mehr baden konnte und so zieht er seine zerrissenen und stinkenden Sachen aus. Der helle Mann tut sie ins Feuer und dann wäscht er den Jungen sanft. Unter den ganzen Verkrustungen kommen viele Wunden zum Vorschein. Mit Tränen in den Augen trocknet der Mann ihn behutsam ab und anschließend werden die wunden Stellen gesalbt. Helle, reine Kleider liegen schon bereit. Der Junge erkennt sich im Spiegel nicht wieder. Auf den Armen des Mannes wird ihm ganz warm uns Herz. „Das sind starke Arme, die ihm nicht weh tun.“ Mit geschlossenen Augen spürt er den Blick des Mannes bis in die Tiefe. Hier will er bleiben, auf seinem Schoß. Die anderen Kinder kommen herein mit Kronen auf ihren Köpfen. Der Mann setzt dem Jungen nun auch eine Krone auf. Da ist das Räuberkind sich ganz sicher: Der Mann ist der König.‘ Die Kinder an den Bildschirmen kneteten im Anschluss an das Video zu Hause eine Krone .

Kindschaft

Dem Predigtteil lag ein Bibelwort aus Römer 8 zugrunde:

Alle, die sich von Gottes Geist regieren lassen, sind seine Kinder. Denn der Geist Gottes, den ihr empfangen habt, führt euch nicht in eine neue Sklaverei, in der ihr wieder Angst haben müsstet. Er hat euch vielmehr zu Gottes Söhnen und Töchtern gemacht. Jetzt können wir zu Gott kommen und zu ihm sagen: „Abba, lieber Vater!“

Römer 8, 14 und 15 (NLB)

Kay sagte, dass „kindlich“ im griechischen Urtext „adoptiert in eine neue Familie“ bedeute. Daraus ergeben sich die gleichen Rechte wie bei einem leiblichen Kind, zum Beispiel das Anrecht auf ein Erbe oder Freiheit in seinen Entscheidungen. Nicht jemand anderer bestimmt, was ich tun soll, sondern ich darf mich entscheiden. Dabei frage ich mich, wie frei bin ich denn in meinen Entscheidungen? Das, was in mir lebt, entscheidet mit: Meine Glaubenssätze und Überzeugungen. Weiter in der Predigt hieß es, dass wir durch unsere Krönung (unsere Bekehrung) in die Familie Gottes aufgenommen wurden. „Ab diesem Zeitpunkt haben wir keinen „knechtischen Geist“ mehr und somit keine Abhängigkeiten, kein Sklaven-Dasein, keinen Zustand eines Menschen, der daran gehindert wird, sein Leben frei zu genießen und darüber zu verfügen. Ja, wir dürfen unser Leben frei genießen mit Jesus, der uns lehrt „Abba“ zu sagen. Erste Worte eines Kindes, eigentlich mehr Laute eines sehr kleinen Kindes, was symbolisiert, dass es keine Trennung zwischen Vater und Kind gibt. Gott, der Schöpfer des Universums erlaubt uns, ihn so zärtlich und kindlich anzusprechen.“

Wiedergeboren zum Königskind

Herzlichen Dank an jclk8888 auf Pixabay

Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, der in euch lebt und euch von Gott geschenkt wurde? Ihr gehört nicht euch selbst,

1. Korinther 6, 19 (NLB)

In Vers 20 heißt es weiter: „und Gott hat einen hohen Preis für euch bezahlt. Deshalb ehrt Gott mit eurem Leib.“Kay führte weiter aus, wenn unser Leib ein Tempel des Heiligen Geistes sei, den wir von Gott haben, dann müssten wir nicht mehr in einen Tempel gehen, um Gott zu finden, sondern er habe uns gefunden. Alles, was zum Reich Gottes gehöre, sei damit für uns verfügbar: Frieden, Freude etc. . „Er ist uns immer schon nah. Näher geht nicht. Der Himmel ist in dir.“ Ich würde sagen, das ist mal ein Geschenk! „Wir kämpfen um seine Nähe, dabei ist sie schon da. Unser Auftrag ist, diese Nähe zu genießen. Was soll noch kommen? Das sagt der Verfasser des Briefes.“

In meine Aufzeichnungen habe ich an dieser Stelle groß ‚Bewusstsein‘ geschrieben, verziert mit einer Krone und einer aufgehenden Sonne. Wenn ich Gott erlaube, in jedem Teil von mir zu sein, kann auch nur Gott „herauskommen“. Ich treffe die Entscheidung und fühle mich im Alltag in diese neue Identität hinein. Das ist kein Automatismus. Leider nicht. Das wäre dann wohl schon das Paradies. Also, ich will denken, fühlen und von mir geben, was Gott sich von mir vorstellt. Das ist Erneuerung von innen heraus.

Ganz praktisch:

„Genieße es beim Spülen, Spazierengehen, in ganz alltäglichen Dingen, dass du schon Tempel bist, untrennbar unterwegs mit Ihm. Lerne, das zu genießen.“ Und ich ergänze: Spüre da hinein, wie fühlt es sich an, Tempel für diese Größe und Schönheit zu sein, aus diesem Bewusstsein zu leben? Welche Gefühle löst das in mir und dir aus? Im Gottesdienst ging es weiter:

  • Stell dir vor, wie Gott dich durchdringt.
  • Stell dir die Liebe vor
  • Schreib dir Bibelstellen, die das unterstreichen irgendwo hin
  • Ich bin ein Sohn/eine Tochter

„Wir nehmen uns jetzt zwei Minuten Zeit, um uns bewusst zu machen, dass Gott mir nah ist.“ In diesen zwei Minuten spürte ich Schauer und das Gefühl, ich kann nicht anders als Ihn anbeten. Eine Liedzeile kam mir in den Sinn und hat mich bis jetzt nicht verlassen: ‚…ich bete dich an, ja, ich bete dich an, Je-esus.‘ Ich spürte Fülle.‘

Zu einem weiteren Video durften die Kinder und wir tanzen; zu einem Lied, das ich noch nicht kannte: „Und ich flieg, flieg wie ein Adler.“ Nach dieser bewegungsfreudigen Einlage hielten die Kinder nacheinander ihre Kronen in die Kameras. Sie hatten Spaß dabei. Die Kronen waren individuell und einzigartig wie die Kinder.

Zum Schluss nahm Sandra vom Segnungsteam uns mit in die letzte Szene der Kindergeschichte vom Anfang des Gottesdienstes: „Spring in diese Szene gedanklich und setz dich bei Gott auf den Schoß. Stell dir vor, du bist der Räuberjunge – vor Gott sind wir immer Sohn oder Tochter. Gott sehnt sich danach, dass wir zu ihm kommen. Er hat eine Krone in der Hand und sagt „Das ist deine. Du bist mein Kind.“ Dann setzt er dir deine Krone auf. Ich ermutige dich, das immer wieder zu tun, weil der Platz für dich immer frei ist. Egal, ob du etwas Schönes zu erzählen hast oder etwas Trauriges, er nimmt dich in seine Arme.“ Ich muss sagen, das Gefühl meiner Krone auf meinem Kopf war Würde pur.

Er in mir und ich in ihm. Das Königskind will sich zeigen und das Göttliche in uns will leben.