Ein neues Jahr

Ein neues Jahr

Immer noch Corona

Unsere Gottesdienste starteten am 10. Januar 2021. Durch die Coronapandemie und den anhaltenden Lockdown sind auch Hybridgottesdienste nicht mehr möglich. Unsere Gemeindeleitung entschied sich, einen Gottesdienst per Zoom anzubieten. Jeder saß zuhause vor seinem PC-Bildschirm. Die Musik war nicht live, sondern von Youtube und die Moderation hat Kay übernommen ebenso wie das Predigen.

Sich einlassen auf Neues

Ich war am Sonntag nicht zu Hause, sondern bei Birgit. Wir hatten eine gute Zeit beim Frühstück und Input durch ICF Zürich. Körperlich gestärkt begrüßten wir alle, die per Zoom eingeschaltet waren, wobei nicht alle auf einen Blick zu sehen sind. Durch die Alltagsumgebung lasse ich mich schneller ablenken und die Begegnung untereinander ist halt virtuell. Das ist einfach nicht dasselbe wie vor Ort sein. Nun ist es aber wie es ist und Zoom ist besser als gar kein Kontakt. Es hat sich für mich in diesen letzten Monaten herausgeschält, wie wertvoll eine persönliche Begegnung für mich ist. In Gesprächen mit anderen, auch jungen Menschen, wurde mir klar, alle oder sehr viele empfinden das genauso. Auf Youbube fand ich einen Kommentar unter einem Song: „Dieses (2020) war mein einsamstes Jahr.“ Das hat mich richtig betroffen hinterlassen und ich hatte das Bedürfnis für diese mir fremde Person zu beten. Ich heiße zwar nicht „Olav“ (aus dem Film „Die Eiskönigin“), aber ich liebe auch Umarmungen oder zumindest ein reales und echtes in-die-Augen-sehen-beim-Sprechen und deshalb haben wir ausprobiert wie Zoom-Gottesdienst zu dritt ist.

Positiv war definitiv wenigstens zwei Menschen aus der Gemeinde live zu sehen und sich gemeinsam vor dem Bildschirm zu fokussieren auf das Geschehen am Bildschirm. Zum Lobpreis miteinander aufstehen und mitsingen (coronaconform, alle in eine Richtung) war auch eine gute Atmosphäre. Lobpreis potenziert sich nach meiner Erfahrung, wenn mehrere Menschen zusammen sind. Egal wie. Bei Gebet und Moderation und Predigt fiel es mir schwer, mich darauf einzulassen. Zudem vergaß ich, mir Notizen zu machen. Das fiel mir erst zum Ende wieder ein. Schnell holte ich noch mein Notizbuch aus dem Rucksack und die Inhalte kann ich auch im nächsten Abschnitt wiedergeben. Die anderen Inhalte, muss ich gestehen, sind fast nicht mehr präsent. Also, ein Eintauchen in das Wort Gottes fiel mir an diesem Sonntag sehr schwer.

Inhalte

Ein Thema dieses Gottesdienstes war, sich darauf einzulassen, dass es zur Zeit nicht möglich ist, Gottesdienste in einer Kirche mit gewohntem Ablauf (Liturgie) zu feiern, sondern etwas anderes zu suchen und zu finden. Sich nicht zu verschanzen hinter einer Kirchentür, sondern mitten unter den Menschen zu sein, ist da sicher ein Gedanke Gottes. Ungewohnt, aber lebendig. So wie Gott ist: kreativ, hingebungsvoll, mitten unter uns, zärtlich, liebend. Da gilt für uns sich zeigen, sichtbar sein. Herausforderung annehmen.

Dahlien waren die Lieblingsblumen meines Vaters. Die Erinnerung erfüllt mich mit Liebe. Ich danke Nicky Pe auf Pixabay.

‚Ja, die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig darauf, dass die Kinder Gottes in ihrer ganzen Herrlichkeit sichtbar werden.‘

Römer 8, 19 (NGÜ)

Kay sagte, wie wichtig es in unserer Zeit sei, als Kinder Gottes da hineinzutreten, wozu uns Gott berufen habe. Den Fragen und Unsicherheiten unserer Zeit sollen wir begegnen mit Antworten, die wir von Gott bekommen haben oder bekommen. Das wirft bei mir die Frage auf „Was heißt denn die Herrlichkeit Gottes?“ In mir ist die Antwort: Friede, Freude, Sanftmut, Wohlgefallen. Es soll sichtbar werden, dass Gott Wohlgefallen an uns hat. Wir dürfen Friedensstifter sein ebenso wie Freudebringer und mit Sanftmut auf den anderen reagieren. Was ist eigentlich sanftmütig? Ich denke, darunter fällt einfühlend und mild und barmherzig auf jemanden reagieren. Das löst wieder eine Frage aus: Wie schaffe ich das? Indem ich mir vornehme, es zu tun und jeden Tag auch eine konkrete Handlung zeige. Schritt für Schritt dort hineinwachsen. Barmherzig ist, wenn ich mein Herz fremder Not öffne und mich ihrer annehme. Nun heißt das Gebot Gottes „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Darf ich barmherzig mir selbst gegenüber sein? „Ja, darfst du. Du darfst deine Not umarmen, sonst wirst du hart und selbstgerecht. Komm‘ mit beidem zu mir, mit deiner und fremder Not. Ich kümmere mich darum.“ Wow. So sind wir bestens versorgt.

Diese Worte sollen für uns Wirklichkeit werden in diesem Jahr 2021:

Ich bin vollkommen versorgt mit der über mir ausgegossenen Liebe Gottes.“

Kay Dreckschmidt

Und Gott antwortet, so Kay weiter: Ich stelle mich zu euch, damit ihr mit meiner Kraft Schritte geht.

Meine Mission

Meine ganz persönliche Mission oder challenge auf Neudeutsch für dieses Jahr deckt sich mit Kays Wunsch für uns: Ich will lernen, zu lieben. Lieben ohne Forderungen zu stellen, vergeben und versöhnen so oft wie es nötig ist; mir Gedanken machen, wie ich dem anderen Gutes tun kann, auch wenn der zum Beispiel so gar keine Anstalten macht, mir auch gut zu tun. Gott hat mir das aufs Herz gelegt und da das übernatürlich ist, aber sein Wille, ist die Frage: Wie schaffe ich das? Wir leben in einer gefallenen Welt, die aber für Vollkommenheit geschaffen war und Gott will seine Ordnung auch wieder herstellen, aber bis dahin? Was ist mit meinen Bedürfnissen? Indem ich tief im Herzen weiß, dass ich vollkommen versorgt bin. Dann brauche ich nichts vom anderen. Puh. Abba, lieber Vater, aus mir schaffe ich das nicht. Hilf mir!

Ich stelle mir jetzt vor, wie sich ein Mensch fühlt, der das weiß und erlebt und bringe so die Wahrheit ins Leben.

Gottes Wahrheit über dich

Ganz zum Schluss hatte Birgit vom Segnungsteam eine Salbung vorbereitet. Das ist ja ein nicht mehr so gebräuchliches Wort und sie erklärte, was damit praktisch gemeint ist. Jeder nimmt einen Tropfen Öl, zeichnet damit ein Kreuz auf die Stirn seines Gegenübers oder bei sich selbst (wenn man allein ist) und spricht ihm/sich göttliche Wahrheiten zu, die ihm aufs Herz gelegt werden. Das ist ein kraftvoller Akt und sehr persönlich. Das hat mir gut gefallen und ich finde, das sollte mehr Raum bekommen im Alltag. Wen kann ich heute segnen und ermutigen?

Kraftvoll säen wir guten Samen im Neuen Jahr und ich wünsche mir mit Ilona Dörr-Wälde, die in ihrem Gutshof-Magazin sagt:‘ Ich wünsche mir, dass wir genauso oft, wie wir über unsere Befürchtungen reden, auch über unsere Möglichkeiten und Ziele sprechen.‘ Jesus ist ein Gott der Möglichkeiten!