Andreas leitete den Gottesdienst ein mit der Erinnerung, dass „Stadtlicht“ in Bastels Garten schon viel erlebt habe, eben auch Göttliches. Das ließ mich aufhorchen an diesem Sonntag, dem 27.6.21. Die Sonne stand am wolkenlosen blauen Sommerhimmel und die Bäume im Garten spendeten willkommenen Schatten. Es war äußerlich und innerlich warm. Andreas erinnerte daran, dass wir Gott von ganzem Herzen lieben dürfen und mit ganzem Verstand. „Gott ist groß, hat alles in seiner Hand und liebt dich und mich.“ Dann bat er um Applaus für die Band, die sich schon früh aufgemacht hatte, um die Technik aufzubauen und sich auf den Gottesdienst vorzubereiten.

Ermutigen

Sandra gab noch einen Input, wie wir uns gegenseitig ermutigen können. Sie bat uns, während der Lobpreiszeit auf den Heiligen Geist zu hören, ob er etwas für jemanden dort im Garten hätte. Der Heilige Geist wohne in denen, die an Jesus glauben. Für sich selber Gottes Stimme zu hören, sei häufig schwieriger als für andere. Gott rede durch Gedanken zu uns oder er schicke jemanden, der uns etwas sagt aus Seinem Geist. Es brauche Mut zu jemandem zu gehen, weil hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht. Es bleibe Glauben. Sie habe schon oft erlebt, dass Gott berürhren könne, weil er ja wisse, was der andere braucht. So ging ich erwartungsvoll in die Lobpreiszeit.

Ich konnte mich auf die Lieder dieses Mal nicht so einlassen. Vielleicht weil sie mir teilweise fremd waren, weil die Umgebung eine neue war und weil ich auf den Heiligen Geist hören wollte. Dazu musste ich die Augen erstmal geöffnet lassen, damit mir der Heilige Geist jemanden zeigen konnte. Tatsächlich hatte ich bald eine Person auf dem Herzen, aber keinen Text, den ich hätte sagen können. Ich blieb einfach offen.

Wer ist dein Problemlöser?

Im Gebet für Kay dankte Andreas Gott, dass der Heilige Geist nicht an Raum und Zeit gebunden sei. Kay begann seine Predigt mit den Worten „Gott meint es gut mit dir. Er sitzt nicht da oben im Himmel und es interessiert ihn nicht, wie es dir geht. Doch, es interessiert ihn. Was denkt Gott über dich? Das ist uns so wichtig. Wir müssen täglich hören, was Gott über uns sagt. Über die Bibel ist eine Möglichkeit, besonders durch das Johannesevangelium. Mit unserem menschlichen Verstand können wir es nicht verstehen, aber der Heilige Geist übersetzt.“ Im Gottesdienst hätten wir darüber hinaus eine gute Übungsfläche, Gott zu hören. „Ich versuche oft noch Probleme selber zu lösen anstatt Gott zu sagen, ich habe das und das Problem. Schick mir Menschen, oder hilf mir auf andere Art. Gott ist Profi im Problemlösen und im Freude geben, auch wenn uns gerade nicht danach zumute ist. Er ist auch Profi im Frieden geben.“

Kay bat seine Frau Azzizah ein Kapitel aus dem Buch, an dem sie schreibt, vorzulesen. Es gehe immer darum, dass wir hungrig werden. Sie begann mit „Jesus, einfach nur Jesus.“ Wow, dachte ich, das berührt etwas in mir. Azzizah las weiter, dass sie sich nicht mehr Christin nenne, weil sie die Ansprüche einer christlichen Vereinigung nicht erfüllt habe. Sie sehe Glaube als Beziehung mit Gott. Das ist nichts, was ihr abgesprochen werden könne.

Scheinbare Sackgasse

Es gab eine Zeit in ihrem Leben, da war sie lebensmüde und hochschwanger. „Ich brauchte etwas, das mich am Leben festhielt. Ich konnte nicht schlafen. Ich fand im Flur keine Zeitschrift. Zurück im Zimmer fand ich das Neue Testament. Mein Ziel war einzuschlafen.“ Der Stammbaum zu Beginn des Neuen Testaments weckte etwas in ihr auf, dann spürte sie ein Zischen. „Irgendwer hatte mir einen brennenden Pfeil ins Herz geschossen, der alles verbrannte, was mir weh getan hatte. Ich hörte eine Stimme, die mir vertraut war. Ich hörte Antworten auf eine Frage, die ich ins Universum geschrien hatte in der letzten Nacht. ‚Azzizah, Jesus ist, was ich von dir will.‘ Es brannte stärker. Auf einmal war es, als würde ich am ganzen Leib brennen. Es war ein kontrolliertes Feuer, das wusste, was es verbrannte. Ich sah mich dann als neugeborenes Baby in den den Armen Gottes. Ich fühlte mich so geliebt. Ich wusste nicht, wie es sich anfühlt, geliebt zu werden. Es war eine geistliche Nacht. Ich begriff, dass ich auch aus Geist bestand.“ Sie las in der Bibel die ganze Nacht. „Warum wollte Gott Jesus von mir? Ich hatte den Grund, um weiterzuleben.“ Azzizah möchte Reich Gottes bauen, Menschen lieben wie er. „Gott hat in der Nacht nur Liebe in mich gesprochen, nichts gefordert.“ Diese Liebe war für mich spürbar.

„Jesus, einfach nur Jesus“

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes….“ Matthäus 6, 33 (Lutherbibel): Diese Bibelstelle schreibt Gott immer wieder in mein Herz seit dem letzten Gottesdienst (s. Blogbeitrag ‚Begegnung‘). Kay stellte noch ein paar Fragen, die sich jeder beantworten kann: Was ist Wahrheit? Vermisst du mehr Leben? Wo suchst du die Antworten? Steckst du in einer Sackgasse?

Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.

Johannes 14, 6 (HFA)
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Er inspirierte uns, Gott zu fragen: Was ist dein Blick auf mein Problem? Was ist Leben? Was soll ich mit meinem Leben machen? Und ein Lesetipp war Johannes 15, weil es Jesus vorstellt.

Andreas beendete den Gottesdienst und sagte, falls jemand eine Person auf dem Herzen habe, aber nicht wisse, was er ihr sagen solle, dann sei seine Erfahrung, einfach hinzugehen und darauf zu vertrauen, dass der Heilige Geist dann das erwecken würde, was die Person brauche. Das tat ich und tatsächlich konnte ich der Frau etwas sagen, das mir auf dem Weg zu ihr in die Gedanken kam. Nach ein paar schönen abschließenden Gesprächen verließ ich Bastels Garten mit Freude, die von innen kommt und nur Gott schenken kann.

Was ist deine Sackgasse, aus der Jesus dich befreien möchte?