Heute geht es um den Gottesdienst vom 11.04.21, den „Stadtlicht“ per Zoom feierte.

Andreas führte lebendig moderierend und begeistert durch diese Zeit.

Wie schön, dass du da bist.

Zu Beginn gab es wieder eine Kindergeschichte, die per youtube vorgelesen wurde. Dieses Mal war es die Geschichte „Du bist einmalig“ von Max Lucado. Die Wemmicks beurteilen sich gegenseitig und verteilen Sterne und Punkte auf den anderen für ihr Verhalten und Aussehen, je nachdem, ob sie „ankommen“ oder „durchfallen“. Punchinello ist nicht beliebt und glaubt, dass die anderen recht haben mit ihrer Bewertung seiner selbst. Dann trifft Punchinello auf Lucia. An Lucia haften keine Punkte und keine Sterne. Er erfährt, dass Lucia jeden Tag Eli, den Holzschnitzer, besucht. Sie empfiehlt Punchinello, ihn auch mal zu besuchen. Das macht er. „Punchinello, wie schön, dass du da bist.“ wird er von Eli begrüßt. „Du kennst meinen Namen.“ sagt Punchinello erstaunt. Eli antwortet: „Es sieht so aus, als ob du schlechte Noten bekommen hast.“ Punchinello ist beschämt und entschuldigt sich, aber Eli hebt ihn auf die Werkbank. „Warum bin ich so wichtig für dich?“ fragt er und Eli antwortet: „Weil ich dich gemacht habe.“ Punchinello hört zum ersten Mal, dass die Aufkleber nur an ihm haften bleiben, wenn er den anderen glaubt. Eli sagt: „Es ist nur wichtig, was ich glaube. Du bist einmalig und ich mache keinen Fehler.“ Punchinello denkt: Ich glaube, er meint das ernst. In dem Moment fällt ein Aufkleber auf den Boden.

Ich finde die Geschichte richtig toll, weil sie mit wenigen Seiten unser menschliches Dilemma beschreibt und einen Weg zeigt, wie wir aus dem Urteilen herausfinden und dass nur einer das Recht hat zu richten: unser Schöpfer, der, der uns gemacht hat. Damaris, die die Kinderaktion leitete, nahm bezug auf Psalm 139, in dem es unter anderem heißt: „erstaunlich und wunderbar bin ich gemacht.“ Die Kinder durften nun auf einer Karte dieses Gefühl ausdrücken mit Stiften und Glitzerstaub. Nach der Predigt zeigten sie ihre einmaligen Karten. Es erfreut mich immer, wie unterschiedlich Kreativität sich ausdrückt.

Andreas griff „Du bist einmalig gemacht.“ auf und leitete damit über zum Lobpreis-Teil. „Gib dich hinein in diese Wahrheit und in die Gegenwart Gottes.“

Wunder

Die Band startete mit ‚Miracles‘. Irgendwann erreichte mich „I believe in you. You‘ re God of Miracles. …“ Ich will das nicht vergessen, dass Gott ein Gott der Wunder ist. Und dass „The power of the risen one“ das ist, auf das ich mich berufen darf und soll. Und du darfst das auch. Eine lebensverändernde, bahnbrechende Kraft. ‚Reckless love of God‘ ist auch ein Lied, das mich berührt und ich sang laut mit bei ausgeschaltetem Mikrofon: „I woudn‘ t earn it. I don‘ t deserve it, still you give yourself away. Oh, the overwhelming, never-ending love of God.“ Beim „Unser Vater“ von ICF München hat mich eine Formulierung sehr angesprochen: „Wir wollen mehr von dir sehen. … Du lässt deine Herrlichkeit regnen.“ Ich stelle mir vor, wie ich in diesem Regen stehe und mich erfüllt Glück pur. Im Lied ‚Ist es nicht wunderbar, an diesem Tag zu sein?‘ wiederholt sich das Wunder-Thema: „Tut der Herr heute noch Wunder, Stunde um Stunde, Tag für Tag….“ Erlebe ich das? Ja, schon. Ich wünsche mir mehr davon, mehr Vaterherz und wahrnehmen seines Wirkens. Ich denke, wir brauchen das, weil Gott da wirklich und erfahrbar wird. Trotzdem sollen wir unseren Glauben nicht davon abhängig machen. Letztendlich sind es die Wunder, die persönlichen Erfahrungen des Übernatürlichen, die unseren Glauben zu einer Gewissheit werden lassen. Daran kann ich mich erinnern und mich berufen: Ich weiß, dass Gott heute noch wirkt. Ich habe es erlebt. „Was wird dein Wunder sein? Keins ist zu groß, zu klein. Lebe die Zeit mit Perspektive Ewigkeit….“ Liedtexte können so unmittelbar ins Herz fallen.

„Mit Gott in die Tiefe gehen“

Nun konnten wir mit Birgit in ihre Predigt „einsteigen“. Gott hatte ihr die Geschichte des Verlorenen Sohns aufs Herz gelegt für diesen Sonntag. In der Geschichte gebe es einen Bruch und auf den habe Gott ihr Augenmerk gelenkt. Ich war gespannt. Der jüngere Sohn will mehr vom Leben. Jung und naiv glaubt er, dass die Auszahlung seines Erbes die Lösung sei und lässt sich das Geld geben. Mit Auszahlung des Erbes hatte er keinen Anspruch mehr auf seine Familie. Er musste gehen. (Das wusste ich noch nicht.) Er findet neue Freunde bis das Geld ausgegeben ist. Bettelarm und ohne Perspektive geht er zurück, um bei seinem Vater als Tagelöhner zu arbeiten. Der Vater sieht ihn von Weitem und l ä u f t auf ihn zu. Der Sohn fällt auf die Knie. Der Vater weist die Bediensteten an, das schönste Gewand zu bringen, Schuhe und ihm einen Ring anzustecken. Ebenso soll ein Fest des Wiedersehens gefeiert werden. Es gibt keine Vorwürfe und damit setzt er ein Zeichen. Rein rechtlich durfte er dort gar nicht stehen, aber keiner hat gewagt, ihn zu beschimpfen oder zu verspotten. Die Autorität des Vaters ist sehr überzeugend.

Auf unsere Zeit übertragen bedeutet das alte Gewand: Entwürdigung, Verletzung, Scham, Schande, Fehler. Der Vater hält dem Sohn das neue Gewand hin und die alten Zeiten sind vorbei sobald der Sohn hinein schlüpft. Gott hält uns auch das neue Gewand hin und wenn wir es annehmen und Jesus unser Herz geben, sind die alten Zeiten auch für uns vorbei. Nur diese Gerechtigkeit lässt Gott gelten. „I couldn‘ t earn it.“

Früher waren Ringe Siegelringe. Wenn auf ein Dokument in den Wachs das Siegel gedrückt wurde, war das besiegelt, also „amtlich“. Mit dem Ring wird der Sohn geschäftstüchtig. Er kann Geschäfte tätigen und mit dem guten Namen des Vaters bezahlen. Den Ring anstecken bedeutet: „Ich stehe zu dir. Ich garantiere, dass das Geschäft richtig ist und stehe dafür ein.“ Der Vater ist der Garant für die Erfüllung. In Lukas 10 können wir viel über Jesu Vollmacht lesen, die er hatte und die er seinen Nachfolgern übertragen hat. Es lohnt sich, das nochmal zu lesen und sich bewusst zu machen.

D a s Wunder der Verwandlung: der Schmetterling. Ich danke Jill Wellington auf Pixabay.

Dadurch, dass wir Jesus in uns tragen, können wir seinen Auftrag erfüllen.

„Ich bete nicht nur für diese Jünger, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben werden. Ich bete für sie alle, dass sie eins sind, so wie du und ich eins sind, Vater – damit sie in uns eins sind, so wie du in mir bist und ich in dir bin, und die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen die Herrlichkeit geschenkt, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir, damit sie alle zur Einheit vollendet werden. Dann wird die Welt wissen, dass du mich gesandt hast und wird begreifen, dass du sie liebst, wie du mich liebst.“

Johannes 17, 20 – 23 (NLB)

Wir können uns auch immer wieder unter Gottes Schutz stellen und uns auf den Psalm 91 berufen: „Wer im Schutz des Höchsten lebt, der findet Ruhe im Schattendes Allmächtigen.“ Das ist ein wirklich kraftvoller Text. Ich lese ihn manchmal laut und beziehe ihn auf mich durch Ersetzen der Personalpronomen in die 1. Person Einzahl.

Birgit ermutigte uns weiter durch:

„Deshalb können wir zuversichtlich sagen: Der Herr steht zu mir, deshalb fürchte ich mich nicht. Was können mir Menschen anhaben?“

Hebräer 13, 6 (NLB)

Sie sagte: „Ringträger sind erwählt, bevorzugt und privilegiert. Jesus ist bei uns bis ans Ende der Welt.“ Zu den Schuhen erwähnte sie noch: Sie sind ein Zeichen von Freiheit. Ich kann weite Strecken zurücklegen ohne dass ich meine Füße verletze. Ich habe die Freiheit, zu gehen. Gott traut uns zu, diese Freiheit zu gestalten. Es ist auch ein Auftrag. Wir sind Söhne und Töchter, also Gewandträger. Wir haben Altes abgelegt und tun das, wenn nötig, auch weiter. Wir haben den Ring, also Vollmacht und Schuhe, also die Freiheit, hinzugehen, wohin uns Gott schickt. Das sind göttliche Wahrheiten, auch wenn es sich nicht immer so anfühlt. Birgit hatte ein Bild zu diesem Gefühl empfangen: Sie sah Geld auf ihrem Konto, in ihrem Portemonaie war aber kein Bargeld. War sie dann arm? Wir dürfen im Gebet fragen: Vater, wo willst du mit mir den nächsten Schritt gehen?

Per Youtube hörten wir „Und ich flieg, flieg wie ein Adler“. Ich hatte Spaß beim Tanzen – eingeschränkt noch, aber immerhin – und sang „Weil ich dir vertrau, flieg ich wie ein Adler.“ Das war ein stimmiges Schlusswort.